August Gaul im Liebieghaus
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Aktualisiert: vor 2 Tagen
Unser Zwischenmeeting im März führte uns ins Liebieghaus: Wir besuchten die Ausstellung zu August Gaul und nahmen an einer Führung mit der Kunsthistorikerin Berby Krägefsky teil.
Im Mittelpunkt standen Gauls Tierplastiken und die Frage, was sie so überzeugend macht. In der Führung wurde deutlich, wie sehr Gaul aus genauer Beobachtung heraus arbeitet. Die Figuren sind nicht „niedlich“ oder erzählerisch, sondern konzentriert gebaut: Stand, Gewichtsverlagerung und Spannung sind klar gesetzt. Gaul baut seine Figuren konsequent räumlich: Je nachdem, wo man steht, verändern sich Silhouette und Spannung spürbar.
Die Ausstellung ist so konzipiert, dass sie über die Räume des Liebieghauses verteilt mehr als 100 Arbeiten zeigt – und Gauls Stücke stehen immer wieder im Austausch mit Werken aus der Sammlung. Dadurch entsteht ein Vergleich über Jahrhunderte hinweg. In vielen älteren Skulpturen taucht das Tier als Symbol auf – als Begleiter, Attribut oder Machtzeichen. Bei Gaul steht es als eigenes Wesen im Raum: reduziert, ohne „Erzählung“, aber sehr präsent.
Besonders beeindruckt hat uns die Stehende Löwin. Sie wirkt ruhig und klar, aber gleichzeitig ungemein stark. Passend dazu erfährt man in der Ausstellung auch, welchen Stellenwert dieses Motiv für Gaul hatte: Die „Stehende Löwin“ gilt als eines seiner zentralen Werke – nicht nur wegen der Form, sondern auch wegen der spürbaren Haltung, die er damit trifft.
Nach dem Museumsbesuch haben wir noch einen kurzen Abstecher zum Städel gemacht und uns den „Eselreiter“ angeschaut. Dazu passt eine kleine Geschichte aus dem Ausstellungstext: Gaul bekam tatsächlich einen Esel geschenkt („Fritze“), und der Junge auf dem Tier ist sein Sohn Peter. Das klassische Reiter-Motiv wird dadurch ganz bewusst „entheroisiert“ – eher beiläufig als repräsentativ. Genau das machte den Stopp nach der Führung so schön: Gaul noch einmal draußen zu sehen, mit anderem Umfeld und anderem Blick.
Zum Abschluss ging es in eine nahegelegene Pizzeria, wo wir den Abend bei Pizza und Pasta entspannt und fröhlich ausklingen ließen.
Vielen Dank an Berby Krägefsky für die kenntnisreiche und charmante Führung, an unsere Clubpräsidentin Katrin Schrewe für die Initiative und Organisation – und an alle, die dabei waren.



















